Logbuch

Log·buch /Lógbuch/

Substantiv, Neutrum [das] Seewesen

Ein Logbuch ist ein Tagebuch auf Seeschiffen, in das alle für die Seefahrt wichtigen Beobachtungen eingetragen werden.

…und so halten wir es hier mit unserem Logbuch. Wir beobachten das Thema Nachhaltigkeit und immer wieder fällt uns etwas auf, was nicht ignoriert werden sollte. Solche Beobachtungen kommentieren wir kurz und veröffentlichen sie hier.


  • Land und Leute

    Mähdrescher RapsernteAm 8. August 2019 hat der Weltklimarat (IPCC) seinen neuesten Bericht veröffentlicht. Darin gibt es jede Menge Grund zur Sorge, aber auch konkrete Hinweise, wie wir dem Klimawandel begegnen sollten.

    Der Bericht widmet sich der Frage, welche Rolle die Landnutzung beim Klimawandel spielt. Grundsätzlich gibt es drei Formen der Landnutzung:

    • Verkehrs- und Siedlungsfläche
    • Forst- und Landwirtschaft
    • Naturräume und Wildnisgebiete.
    Während Forst- und Landwirtschaft für ca. 23% des menschengemachten Klimagasausstoßes verantwortlich sind, binden Naturräume und Wildnisgebiete etwa 30% des vom Menschen durch Verbrennen fossile Brennstoffe und industrielle Prozesse freigesetzten Kohlendioxids.

    Wissenschaftler des Umweltforschungszentrums (UFZ) und der Universität Göttingen kritisieren am 2. August 2019 im renommierten Fachblatt Science, dass die EU Agrarpolitik darin scheitern wird, die eigenen Klima- und Biodiversitätsziele zu erreichen. Dabei muss gerade in der Landwirtschaft etwas geschehen. Immerhin sind in Deutschland 50% der Landesfläche landwirtschaftlich genutzt.

    Global ist die Intensivierung der Landwirtschaft und der dadurch verursachte Lebensraumverlust die Ursache Nr. 1 für den Verlust von Biodiversität. Deshalb sind andere Formen der Landwirtschaft dringend geboten, die fruchtbare Böden erhalten, Biodiversität schützen und dem Klimawandel entgegenwirken. Dazu gehört, die naturnahe, am besten ökologische Landwirtschaft mit Brachen, Fruchtfolgen und integrierter Schädlingskontrolle.

    Ein großes Problem ist die zunehmende Degradierung unserer Böden. Sie wird angetrieben von der Übernutzung (industrieller Anbau) und Zerstörung intakter Ökosysteme (Regenwälder, Mangroven, Feuchtgebiete etc.). Weil intakte Böden aber nicht nur unsere Ernährung sichern, sondern auch gigantische Mengen an Kohlenstoff binden (und so verhindern, dass aus daraus klimaschädliches CO2 wird), ist die Renaturierung von Ökosystemen nach Meinung der Experten oberste Priorität.

    Renaturierung von Ökosystemen ist aber weit mehr als nur das Pflanzen von Bäumen!

    Beispiele für die Renaturierung von Ökosystemen sind:

    • Das „Befreien“ eines Baches durch die Umwandlung eines Betonflussbetts in das ursprüngliche Bachbett inkl. der natürlichen Ufervegetation.
    • Der ökologische Waldumbau, bei dem Monokulturen (oft standortfremde Fichten) durch artenreiche Laubmischbestände ersetzt werden.
    • Die Entsiegelung von Flächen, so dass sich fruchtbarer Boden aufbauen kann und wieder ein natürlicher Wasserkreislauf entsteht.
    • Das „Ausmagern“ überdüngter Wiesen, bei der Biomasse abgetragen wird, um artenreichen Magerrasen entstehen zu lassen.

    Wenn Sie selber aktiv werden wollen, fragen Sie uns. Wir helfen Ihnen das richtige Projekt mit dem möglichst größten Effekt für Klima und Biodiversität zu finden.

    https://www.ipcc.ch/2019/08/08/land-is-a-critical-resource_srccl/

  • Neuer Artenschutzbericht

    blattschneider

    Am 6. Mai hat der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) seinen neuen Artenschutzbericht vorgestellt.

    Seit dem unwiederbringlichen Verschwinden der Dinosaurier vor 66 Millionen Jahren waren noch nie so viele Tier- und Pflanzenarten auf unserem Planeten vom Aussterben bedroht wie heute: Eine Million. Schlechte Nachrichten auch für uns, denn alles wirtschaftliche Handeln basiert letzten Endes auf den Leistungen von Biodiversität und Ökosystemen – ebenso, wie unser aller Überleben.

    Unternehmen können handeln und Maßnahmen für den Erhalt von Biodiversität umsetzen! Wir zeigen Ihnen wie. Persönlich – direkt – kompetent und damit wirkungsvoll!

    Aussterben heißt „weg für immer“, mit allen negativen Folgen auch für uns. Vielleicht erwischt es gerade die Pflanze, die den einzigen Wirkstoff gegen Demenz enthält? Vielleicht verschwindet gerade der reibungslose Antrieb mit einem unscheinbaren Käfer, der genau das kann?

    Wir hängen alle von Biodiversität und Ökosystemen ab, sei es für die Stabilisierung des Weltklimas, der Aufrechterhaltung globaler Wasser- und Nährstoffkreisläufe, die Bereitstellung von Rohstoffen oder die Bestäubung von Nutzpflanzen. Auch den Unterschied zwischen „Überleben“ und „Gutem Leben“ macht für Menschen am Ende Biodiversität aus.

    Artensterben ist kein Thema nur für Naturschützer und Tierfreunde, sondern ein gesellschaftliches aber auch ein ökonomisches Thema. Zwei Milliarden Menschen nutzen Feuerholz als einzige Energiequelle (das ist doch weit weg von uns), vier Milliarden Menschen nutzen in erster Linie Medikamente aus der Natur (hm, schon näher dran), aber 70% aller Medikamente, die auch wir gegen Krebserkrankungen einsetzen, kommen aus der Natur (ups, das ist sehr nah dran!).

    Ungefähr 40% der Amphibienarten und mehr als ein Drittel aller Säugetierarten sind nach dem neuen Bericht direkt vom Aussterben bedroht. Insgesamt nehmen Tiere und Pflanzen dramatisch ab. Während die menschliche Weltbevölkerung zwischen dem Jahr 1900 von 1,8 Milliarden auf mehr als 7,6 Milliarden Menschen im Jahr 2019 angewachsen ist, haben Tier- und Pflanzenpopulationen im Schnitt im gleichen Zeitraum um 20% abgenommen.

    Alles aussichtslos? Keineswegs!

    Unternehmen können aktiv werden, Biodiversität und Ökosysteme dauerhaft zu sichern. Das kann im Kerngeschäft passieren, in der Ausbildung von Mitarbeitern, der Förderung von Naturschutzprojekten oder im Rahmen eigener Initiativen. Dabei ist wichtig, Greenwashing zu vermeiden, hohe Glaubwürdigkeit und echten Mehrwert für Biodiversität zu erzielen.

    Was wirkt, was hilft, wie man das anstellt und was es bringt, das zeigen wir Ihnen gerne. Damit „gut gemeint“ auch „gut gemacht“ ist...

    #IPBES7

  • Take – Make – Waste

    Take – Make – Waste: Wo wir gehen und stehen ist MÜLL

    space debrisSeit etwa 10.000 Jahren sind Menschen sesshaft – und machen seitdem ordentlich Müll…

    …in ersten Siedlungen, wie dem im nordöstlichen Syrien gelegenen Tell Brak, schon seit etwa 8.000 Jahren. Tatsächlich bezeichnet der archäologische Begriff „Tell“ einen Siedlungshügel – der vornehmlich aus Zivilisationsmüll besteht – und in Brak auch heute noch 40 Meter hoch ist.

    Während dieser archäologisch äußerst interessante „Müllhaufen“ in erster Linie aus bestehen, die keinen Umweltschaden anrichten, verursacht moderner Müll jede Menge Probleme.

    Besonders kritisch sind die Rückstände von Materialien, die in freier Natur nicht vorkommen und daher hier auch nicht abgebaut werden können. Diese „novell entities“ sind eine von neun planetaren Grenzen, deren Überschreitung für uns existenzbedrohende Auswirkung haben wird.

    Zu diesen „neuen Einheiten“ gehören neben giftigen Gasen und synthetischen organischen Stoffen auch genetisch veränderte Organismen, Nanomaterialien oder Mikroplastik. Ihnen allen gemein ist, dass sie von Menschen kreiert sind, sehr lange in der Umwelt erhalten bleiben und ihre (negativen) Effekte potenziell irreversibel sind.

    „Plastik“ ist eines der bekanntesten und größten Probleme, auch weil der Wertstoff keineswegs nur für wertvolle und langlebige Produkte Verwendung findet. So wird eine Plastiktüte in einer Sekunde hergestellt, im Schnitt 18 Minuten benutzt und verbleibt dann geschätzte 400 Jahre in der Umwelt. Kein gutes Verhältnis!

    Umdenken tut also Not, besonders wenn die Prognosen eintreten, die von einer Verdreifachung der Kunststoffproduktion bis 2050 ausgehen. Das Jahr, in dem es dann auch erstmals mehr Plastik als Fisch in den Weltmeeren geben wird.

    Aber nicht nur ganz weit unten in den Weltmeeren, sondern auch ganz weit oben im Weltall wird unser Müll zum Problem. Bis 2017 hatten sich dort schon etwa 6.500 Tonnen Weltraumschrott angesammelt, verteilt auf hunderttausende Fragmente. Selbst kleinste Partikel entwickeln bei Geschwindigkeiten von mehreren zehntausend Stundenkilometern hier ihre zerstörerische Kraft.

    Unternehmen können handeln, indem sie sich von der linearen Idee des „Take – Make – Waste“ (Entnahme von Rohstoffen aus der Natur – Herstellung kurzlebiger oder Einwegprodukte –Entsorgung als Abfall) verabschieden und Wirtschaften eher als Kreislauf verstehen.

    Wie das gehen kann? Sprechen Sie uns an!

    Quellen:

    https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/tell-brak-die-aelteste-stadt-der-welt/

    http://www.anthropocene.info/pb2.php

    https://www.br.de/themen/wissen/weltraumschrott-satelliten-bruchstuecke-100.html

  • Jetzt wirds heiß!

    icy sea smallEine am 25. Januar 2019 in Nature veröffentlichte Studie belegt Erschreckendes. In der kanadischen Arktis untersuchte, bisher unter dem Eis verborgenen Pflanzenreste lassen sich mithilfe der Radio-Karbon-Methode datieren und belegen, dass diese Flächen über mehr als 40.000 Jahre kontinuierlich eisbedeckt waren. Kombiniert mit anderen Forschungsergebnissen, belegen die Ergebnisse der Studie erstmals, dass es in keinem Jahrhundert der letzten 115.000 Jahre eine vergleichbare Erderwärmung gegeben hat. Wir sprechen also nicht mehr nur vom heißesten Jahr der Wetteraufzeichnungen oder dem wärmsten Sommer seit Jahrzehnten, sondern von Effekten des Klimawandels, die unsere Welt in Vergleichszeiträumen von mehreren Zehntausend Jahren, ja sogar von über hunderttausend Jahren verändert haben.

    Besonders an den Polen treten diese Effekte besonders deutlich zutage. Verschwindet Eis an den Polen, beschleunigt das den Klimawandel rapide. Sowohl das dunklere Meerwasser, als auch die exponierten dunkleren Böden reflektieren weniger Sonnenenergie als das weiße Eis. Die damit verbundene höhere Wärmeabsorption an Land und Meer führt wiederum zu einem noch schnelleren Abschmelzen von Eis und Schnee. Zudem tauen sogenannten Permafrostböden auf, die dann die Klimagase Methan und CO2 entlassen. Das Phänomen dieser Selbstverstärkung des Klimawandels and den Polen ist als „polare Verstärkung“ bekannt, der Effekt beängstigend.

    hier geht’s zum Originalartikel in Nature: www.nature.com/...

  • UN Konvention zu Biodiversität

    zebra kleinVom 17. -29.11.2018 fand im Ägyptischen Sharm El-Sheik die 14. Weltkonferenz der Biodiversitätskonvention statt. Entscheidungsträger aus 190 Ländern trafen sich hier auf der 14. Conference of the Parties (CoP) der „Konvention über die biologische Vielfalt“ (engl. CBD), um Maßnahmen gegen den weltweiten Verlust von Biodiversität zu vereinbaren.

    Die Vision der CBD lautet:
    „Leben in einer Welt, in der bis 2050 die biologische Vielfalt wertgeschätzt, geschützt und wiederhergestellt ist und unter Aufrechterhaltung der Ökosystemleistungen, Bewahrung eines gesunden Planeten und Bereitstellung der für alle Menschen wesentlichen Vorteile vernünftiger genutzt wird.“

    Dabei verfolgt die CBD drei große Ziele:

    • die Erhaltung der biologischen Vielfalt
    • die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile
    • der gerechte Vorteilsausgleich aus der Nutzung genetischer Ressourcen (ABS)

    Umgesetzt werden sollen möglichst viele und möglichst erfolgreiche Maßnahmen in der jetzt laufenden UN-Dekade (2011-2020) der biologischen Vielfalt.

    Die Konvention über die biologische Vielfalt ist explizit nicht einfach eine Naturschutzvereinbarung, sondern ein Abkommen, das die Lebensgrundlagen der Menschheit sichern soll und den Schutz biologischer Vielfalt mit wirtschaftlichen Chancen verbindet.

    Unternehmerisches Engagement für den Erhalt von Biodiversität ist kein Gutmenschentum, sondern strategische Zukunftssicherung.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok